Bias
Als Bias wird ein systematischer Fehler in Sensormessungen bezeichnet, der einen dauerhaften Versatz zwischen dem Sensorausgang und der tatsächlichen physikalischen Größe darstellt. Er tritt gewöhnlich in denselben Einheiten wie die Messung des Sensors auf. Gyroskope liefern Messwerte in Grad pro Stunde (°/h) oder Bogenmaß pro Sekunde (rad/s). Beschleunigungsmessungen werden in Metern pro Quadratsekunde (m/s²) oder als Vielfaches der Erdbeschleunigung (g) angegeben.
Ein Gyroskop-Bias äußert sich als konstanter Messwertversatz der Winkelgeschwindigkeit, was zu Fehlern bei der Ausrichtungsschätzung führt, die sich im Laufe der Zeit aufsummieren, selbst wenn der Sensor stationär ist. Der Beschleunigungsmesser-Bias zeigt sich ähnlich als konstanter Beschleunigungsversatz, der bei Integration über die Zeit Geschwindigkeits- und Positionsfehler erzeugt.
In vielen Hochpräzisionsanwendungen variieren diese Messwerte und bleiben nicht streng konstant. Umweltbedingungen wie die Temperatur können ihre Werte beeinflussen. Ingenieure kompensieren diese Schwankungen durch Kalibrierung oder Echtzeitschätzung, um eine genaue Leistung aufrechtzuerhalten.
Im Gegensatz zum zufälligen Rauschen, das um den Nullpunkt schwankt, bleibt der Bias systematisch und summiert sich kontinuierlich über die Zeit auf. Diese Akkumulation macht ihn zu einer kritischen Fehlerquelle in der Inertialnavigation.
Integrierte Navigationssysteme wie GNSS-gestützte INS schätzen und korrigieren den Bias aktiv mithilfe von Sensorfusionalgorithmen. Ingenieure implementieren diese Algorithmen häufig mit Kalman-Filtern oder verwandten Techniken, um eine präzise Navigation und zuverlässige Leistung sicherzustellen.
Mathematisch lässt sich eine Sensormessung (ym) als Summe aus dem wahrem Wert (yt), dem Bias (b) und dem Rauschen (n) darstellen, wobei die Bias-Komponente den deterministischen Teil ausmacht, der den Langzeitdrift verursacht.
Gleichung: ym = yt + b + n
Ingenieure müssen kumulative Navigationsfehler durch geeignete Identifizierung, Kalibrierung und Kompensation minimieren. Ein sachgemäßes Management gewährleistet eine präzise Positionierung und eine zuverlässige Orientierung über die Zeit. Dieser Ansatz ist insbesondere in GNSS-freien oder hochdynamischen Umgebungen von entscheidender Bedeutung.
Ingenieure können zahlreiche verschiedene Parameter in IMUs und INS messen. Dazu gehören unter anderem die Bias-Stabilität im laufenden Betrieb (In-Run-Bias-Stabilität), die Wiederholbarkeit und der Bias über den Temperaturbereich.