ISR-Navigation
Die ISR-Navigation umfasst jene Navigationstechnologien und -verfahren, die es ermöglichen, bei Missionen im Bereich Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (Aufklärung, Überwachung und Geheimdienstgewinnung) während des gesamten Einsatzes exakte Werte für Position, Geschwindigkeit, Lage und Kurs zu ermitteln. Im Gegensatz zu herkömmlichen Navigationssystemen, die primär auf globale Satellitennavigationssysteme (GNSS) angewiesen sind, kombiniert die ISR-Navigation Inertialsensoren, GNSS-Empfänger und Sensorfusionsalgorithmen, um eine kontinuierliche Navigation sowohl in störungsfreien als auch in umkämpften Umgebungen sicherzustellen.
Jede ISR-Navigationslösung basiert auf einem Inertialen Navigationssystem (INS) mit leistungsstarken IMUs. Die IMU misst lineare Beschleunigungen und Winkelgeschwindigkeiten mithilfe von Präzisions-MEMS oder Faseroptischen Gyroskopen (FOG). Jedes INS verknüpft diese Messwerte durch inertiale Mechanisierung. Fortschrittliche Extended Kalman Filter (EKF) fusionieren die Inertialdaten kontinuierlich mit den GNSS-Messungen. Darüber hinaus verarbeitet der EKF auch Daten von Wegstreckenzählern, DVLs, Luftdatensensoren, LiDAR, Radar, Kameras und sonstigen Missionbsensoriken. Diese Sensorfusion minimiert Navigationsdriften und erhöht die Positionierungsgenauigkeit bei GNSS-Ausfällen.
Moderne ISR-Plattformen umfassen unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs), taktische Drohnen, Landfahrzeuge, Wasserfahrzeuge, Flugzeuge und tragbare Aufklärungssysteme. Diese Plattformen erfordern eine hochzuverlässige Navigation, da der Missionserfolg von einer präzisen Georeferenzierung von Bilddaten, Radarmessungen, elektronischer Aufklärung und weiteren ISR-Sensorsystemen abhängt. Eine exakte Navigation verbessert direkt die Zielortung, die Sensorausrichtung und die Datenkorrelation über mehrere Plattformen hinweg.
Da sich die Fähigkeiten im Bereich der elektronischen Kampfführung ständig weiterentwickeln, müssen ISR-Systeme Störsendern (Jamming), Spoofing und eingeschränktem Satelltenempfang standhalten können. Eine leistungsstarke Inertialnavigation bietet die nötige Widerstandsfähigkeit, um das Situationsbewusstsein auch bei lang anhaltenden Einsätzen ohne GNSS-Verfügbarkeit aufrechtzuerhalten. Merkmale wie geringe Drift, schnelle Ausrichtung, Kursfindung per Kreiselkompass (Gyrocompassing) und Kompatibilität mit mehreren Satellitenkonstellationen erhöhen die Einsatzverfügbarkeit beträchtlich.
Organisationen entscheiden sich zunehmend für ISR-Einsätze mit ITAR-freien Navigationslösungen, um die internationale Beschaffung zu vereinfachen und gleichzeitig eine hohe Navigationsleistung sicherzustellen. ITAR-freie Inertialnavigationssysteme reduzieren Exportbeschränkungen, beschleunigen die Bereitstellung und unterstützen multinationale Verteidigungs-, Sicherheits-, Grenzüberwachungs- und Geheimdienstprogramme. In Kombination mit einer robusten Sensorfusion bieten diese Systeme eine verlässliche Navigation für anspruchsvolle ISR-Missionen weltweit.