Schwerlastmaschinen
Als Baumaschinen und Schwermaschinen werden große mechanische Geräte bezeichnet, die Aufgaben ausführen, welche hohe Leistung, strukturelle Festigkeit und Dauerbetrieb erfordern. Industrien setzen diese Maschinen für Aushub, Hebevorgänge, Materialumschlag, Bohrungen, Planierungsarbeiten, Transport und Bauwesen ein. Zu den schweren Maschinen gehören Bagger, Planierraupen (Bulldozer), Radlader, Krane, Grader, Muldenkipper, Bohrgeräte und Landmaschinen. Jede Maschine kombiniert mechanische Systeme, hydraulische Aktoren, Motoren und elektronische Steuereinheiten, um hohe Kräfte zu erzeugen und zu steuern.
Hersteller konstruieren Schwermaschinen so, dass sie anspruchsvollen Betriebsumgebungen standhalten. Maschinen sind häufig starken Vibrationen, mechanischen Stößen, Temperaturschwankungen, Staub, Feuchtigkeit und elektromagnetischen Störungen ausgesetzt. Diese Bedingungen können mechanische Komponenten und elektronische Sensoren beeinträchtigen. Ingenieure wählen daher robuste Komponenten aus, die während der gesamten Lebensdauer der Maschine eine zuverlässige Leistung gewährleisten.
Moderne Schwermaschinen stützen sich zunehmend auf elektronische Sensor- und Steuerungssysteme. GNSS-Empfänger liefern absolute Positionsdaten, während Inertialsensoren Beschleunigung und Drehbewegungen messen. Eine IMU kombiniert Beschleunigungsmesser und Gyroskope, um die lineare Beschleunigung und Rotation der Maschine zu messen. Ein AHRS verarbeitet Inertialmessungen zur Bestimmung von Rollwinkel, Nickwinkel und Kurs. Ein INS kombiniert Inertialdaten mit GNSS und anderen Stützsensoren zur Berechnung von Position, Geschwindigkeit und Orientierung.
Diese Systeme unterstützen Maschinensteuerung, automatisierte Planierung, Nutzlastüberwachung, Stabilisierung und autonomen Betrieb. Beispielsweise kann ein Bagger ein INS verwenden, um die Position und Ausrichtung seines Aufbaus und seiner Anbaugeräte zu bestimmen. Ein Muldenkipper kann die GNSS/INS-Fusion nutzen, um trotz Vibrationen und temporärer GNSS-Ausfälle eine präzise Navigation aufrechtzuerhalten.
Schwere Maschinen erfordern zudem eine robuste Sensorintegration. Hohe Stoß- und Vibrationspegel können Messfehler verursachen und die Sensorleistung beeinträchtigen. Ingenieure berücksichtigen daher bei der Auswahl von Inertialsensoren Bias-Stabilität, Rauschdichte, Dynamikbereich, Bandbreite, Temperaturempfindlichkeit und Stoßfestigkeit.
Robuste IMU-, AHRS- und INS-Lösungen helfen Maschinen, eine zuverlässige Bewegungserfassung aufrechtzuerhalten und präzise, sichere sowie effiziente Arbeitsabläufe zu ermöglichen.