Das Korean Positioning System (KPS) ist Südkoreas ehrgeiziger Plan für ein unabhängiges, regionales Satellitennavigationssystem. KPS wird wichtige Positionierungs-, Navigations- und Zeitgebungsdienste (PNT) in der Region Asien-Ozeanien bereitstellen. Es zielt darauf ab, die Abhängigkeit von ausländischen Systemen wie dem US-amerikanischen GPS zu verringern. Die Regierung hat dieses Großprojekt im Jahr 2022 initiiert. Die vollständige Betriebsbereitschaft ist derzeit für 2035 geplant. KPS wurde entwickelt, um die PNT-Stabilität für die nationale Infrastruktur erheblich zu verbessern. Es soll auch zahlreiche neue heimische Industrien fördern.
KPS wird eine Konstellation von acht dedizierten Satelliten einsetzen. Diese Anordnung umfasst drei Satelliten in der geostationären Umlaufbahn (GEO). Die verbleibenden fünf Satelliten werden die geneigte geosynchrone Umlaufbahn (IGSO) einnehmen. Dieses hybride Design gewährleistet eine hohe Abdeckung und eine starke Signalverfügbarkeit, insbesondere über der koreanischen Halbinsel. Die Satelliten arbeiten in hohen Elevationswinkeln. Dieser hohe Winkel erweist sich als wesentlich für eine zuverlässige Leistung in städtischen Zentren und bergigem Gelände. Das Korea Aerospace Research Institute (KARI) leitet die Entwicklungsarbeiten. Das KPS-Projekt plant den Start seines ersten IGSO-Satelliten im Jahr 2027.
Südkorea baut auch ein umfangreiches Bodensegment auf. Dazu gehören ein Integrated Operations Center und verschiedene Überwachungsstationen.
Frequenzen und hochgenaue Ziele
KPS wird Navigationssignale über die Standard-GNSS-Frequenzen senden. Vorläufige Pläne sehen die Nutzung des L-Bandes (1164–1300 MHz und 1559–1610 MHz) vor. Es wird auch das S-Band (2483,5–2500 MHz) für die Signalausstrahlung in Betracht gezogen.
Das koreanische Positionierungssystem arbeitet mit anderen Ländern zusammen, um die gleichen Frequenzen zu nutzen. Das Hauptziel von KPS ist es, äußerst präzise Informationen über die Position und Orientierung eines bestimmten Punktes zu liefern. Es zielt darauf ab, eine Genauigkeit im Zentimeterbereich rund um die koreanische Halbinsel zu erreichen. Diese hohe Präzision wird durch die Kombination von KPS- und GPS-Messungen erreicht. Die Ergebnisse der Simulation zeigen, dass diese Kombination die Genauigkeit der Standard-Punktpositionierung im Vergleich zur alleinigen Verwendung von GPS erheblich verbessern kann.
KPS wird viele hochpräzise Anwendungen unterstützen. Es bietet den Hauptrahmen für fortschrittliche Mobilität. Dazu gehören selbstfahrende Autos und Drohnen. Darüber hinaus wird KPS die Sicherheit im Transportwesen verbessern, insbesondere in der Luftfahrt und bei maritimen Operationen. KPS wird auch für die nationale Verteidigung, die Katastrophenhilfe und die Präzisionslandwirtschaft wichtig sein. Nach seiner Fertigstellung wird es eine starke, unabhängige PNT-Lösung schaffen, die sicherstellt, dass die Dienste auch im Notfall nicht unterbrochen werden.
Haben Sie Fragen?
Willkommen in unserem FAQ-Bereich! Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen. Wenn Sie nicht finden, wonach Sie suchen, können Sie uns gerne direkt kontaktieren!
Was ist PNT?
PNT steht für Positionierung, Navigation und Zeitmessung – die drei grundlegenden Säulen, die jedes moderne Navigations- oder Koordinationssystem ermöglichen, sei es in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsbereich, in der Schifffahrt, bei autonomen Fahrzeugen oder in kritischen Infrastrukturen.
Hier ist eine übersichtliche Aufschlüsselung:
1. Positionierung
Dies beantwortet die Frage: “Wo bin ich?”
Sie liefert präzise geografische Koordinaten (Breitengrad, Längengrad, Höhe). Typischerweise abgeleitet von GNSS (GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou) oder INS, wenn GNSS nicht verfügbar ist.
Essentiell für Verfolgung, Führung, Kartierung und Situationsbewusstsein.
2. Navigation
Dies beantwortet die Frage: „Wie bewege ich mich von A nach B?“
Dabei geht es um die Bestimmung von Richtung, Geschwindigkeit und Trajektorie, um ein Ziel sicher und effizient zu erreichen. Umfasst Geschwindigkeit, Kurs und Lage (Roll-, Nick-, Gierwinkel).
Wird oft mit IMUs/INS, Sensorfusionsalgorithmen, Odometrie oder GNSS-basierter Navigation erreicht.
3. Zeitmessung
Dies beantwortet die Frage: „Wie genau ist die Uhrzeit?“
Genaue, synchronisierte Zeit ist entscheidend für die Koordination von Systemen und Signalen. Hochpräzise Zeitgebung bildet die Grundlage für Kommunikationsnetze, Militärsysteme, Stromnetze und GNSS selbst.
Selbst Fehler im Mikrosekundenbereich können zu Ausfällen in der Kommunikation, Datenverbindungen oder Geolokalisierung führen.
Warum ist PNT wichtig?
PNT ist der Kern jedes modernen autonomen oder gelenkten Systems– ob Raketen, UAVs, Fahrzeuge, USVs, AUVs oder sogar Mobilfunknetze. Wenn GNSS beeinträchtigt oder verweigert wird, werden Inertialsysteme (IMU/INS) zum Rückgrat einer widerstandsfähigen PNT.
Wie funktioniert GPS?
GPS (Global Positioning System) funktioniert durch die Nutzung einer Satellitenkonstellation, präziser Zeitmessung und Trilateration, um Ihre Position überall auf der Erde zu bestimmen.
Hier ist die einfachste, klare Erklärung:
1 – Satelliten senden Signale
Etwa 30 GPS-Satelliten umkreisen die Erde und senden kontinuierlich:
– Ihre genaue Position im Weltraum
– Die genaue Sendezeit des Signals (unter Verwendung von Atomuhren)
Diese Signale bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit.
2 – Ihr Empfänger misst die Laufzeit
Ein GPS-Empfänger (in Ihrem Telefon, Ihrer Drohne, Ihrem INS usw.) empfängt Signale von mehreren Satelliten.
Durch die Messung der Ankunftszeit jedes Signals berechnet er die Entfernung:
Entfernung = Lichtgeschwindigkeit × Laufzeit
3 – Trilateration berechnet Ihren Standort
Um Ihre Position zu finden, verwendet der Empfänger Trilateration (nicht Triangulation):
- Mit 1 Satelliten → könnten Sie sich irgendwo auf einer Kugel befinden
- Mit 2 Satelliten → schneiden sich Kreise
- Mit 3 Satelliten → zwei mögliche Punkte
- Mit 4 Satelliten → Ihre genaue 3D-Position + Uhrenkorrektur
Ihr Empfänger hat keine Atomuhr, daher wird der 4. Satellit benötigt, um Timing-Fehler zu beheben.
4 – Korrekturen verbessern die Genauigkeit
Rohes GPS weist Fehler auf aufgrund von:
- Atmosphäre (Ionosphäre, Troposphäre)
- Satelliten-Uhrdrift
- Fehler bei der Orbitvorhersage
- Mehrwege-Reflexionen (Signale, die von Gebäuden abprallen)
Zur Verbesserung der Genauigkeit:
- SBAS (z. B. WAAS, EGNOS) bietet Echtzeitkorrekturen
- RTK- und PPP-Techniken korrigieren Fehler bis auf Zentimetergenauigkeit
- INS-Kopplung (IMU + GPS) glättet und überbrückt Lücken bei Signalverlust
6 – Endergebnis
Der Empfänger kombiniert alle Daten, um Folgendes zu schätzen:
- Breitengrad
- Längengrad
- Höhe
- Geschwindigkeit
- Genaue Zeit
Moderne GPS-Empfänger tun dies Dutzende oder Hunderte Male pro Sekunde.
Welche GNSS-Frequenzen und -Signale gibt es?
▶︎ GPS
Signale und Frequenzen
L1 C/A → 1575,42 MHz
L1C → 1575,42 MHz
L2 C → 1227,6 MHz
L2 P → 1227,6 MHz
L5 → 1176,45 MHz
▶︎ GLONASS
Signale und Frequenzen
L1 C/A → 1598,0625-1609,3125 MHz
L2 C → 1242,9375-1251,6875 MHz
L2 P → 1242,9375-1251,6875 MHz
L3 → OC 1202,025
▶︎ GALILEO
Signale und Frequenzen
E1 → 1575,42 MHz
E5a → 1176,45 MHz
E5b → 1207,14 MHz
E5 AltBOC → 1191,795 MHz
E6 → 1278,75 MHz
▶︎ BeiDou
Signale und Frequenzen
B1I → 1561,098 MHz
B2I → 1207,14 MHz
B3I → 1268,52 MHz
B1C → 1575,42 MHz
B2a → 1176,45 MHz
B2b → 1207,14 MHz
▶︎ NAVIC
Signale und Frequenzen
L5 → 1176,45 MHz
▶︎ SBAS
Signale und Frequenzen
L1 → 1575,42 MHz
L5 → 1176,45 MHz
▶︎ QZSS
Signale und Frequenzen
L1 C/A → 1575,42 MHz
L1 C → 1575,42 MHz
L1S → 1575,42 MHz
L2C → 1227,6 MHz
L5 → 1176,45 MHz
L6 → 1278,75 MHz